Die Menschen
hinter der Farm
Manche Orte begleiten uns lange, bevor wir wissen, wo sie liegen. Zuerst sind sie nur eine Vorstellung davon, wie sich das Leben einmal anfühlen könnte.Für Cetin begann diese Geschichte mit der Sehnsucht nach Natur, Gemeinschaft und einem unmittelbaren Alltag. 2020 kaufte er die Farm in den Taurusbergen und begann dort von Anfang an mit ökologischer Landwirtschaft.
Anfang 2025 wurde die Farm auch für Kim zu einem neuen Lebensmittelpunkt. Seitdem entwickeln wir diesen Ort gemeinsam weiter – mit den Menschen, die hier leben, arbeiten und für eine Weile zu uns kommen.
Cetin
Heute sitze ich oft früh am Morgen mit einer Tasse Kaffee an meinem Schreibtisch und schaue auf die Berge.
Ich schreibe an meinen Büchern, entwickle Konzepte und bereite meine Arbeit mit Führungskräften und Unternehmen vor. So wollte ich schon lange arbeiten.
Nach meiner Promotion in Chemie kam ich 1996 zu thyssenkrupp. Fast drei Jahrzehnte arbeitete ich in Forschung, Innovation und Strategie.Ich war für die Geschäfte im Mittleren Osten, in Afrika, Indien und Asien-Pazifik verantwortlich und leitete zuletzt als Group Chief Transformation Officer und Vorstandsmitglied des Segments Decarbon Technologies eines der größten Transformationsprogramme Europas.
In dieser Zeit habe ich erlebt, was in Organisationen geschieht, wenn der Druck steigt, Gewohntes nicht mehr trägt und weitreichende Entscheidungen anstehen. Mich interessierte vor allem die menschliche Seite: was Widerstand auslöst, weshalb manche Veränderungen gelingen und wie Menschen Orientierung und Handlungsfähigkeit bewahren.
Meditation half mir, auch unter hohem Druck ruhig zu bleiben und vor wichtigen Entscheidungen genauer hinzusehen. Heute fließen diese Erfahrung, mein Wissen über Strategie und Umsetzung und mein Verständnis für soziale Systeme in die Arbeit von Cena Impact ein.
Aus dieser Arbeit ist auch mein Buch 77 Ways to Kill a Transformation – and How to Prevent Each entstanden. Darin beschreibe ich 77 wiederkehrende Muster, die Transformationen ins Stocken bringen können – und was Führungskräfte tun können, bevor daraus echte Hindernisse werden.
Auch auf der Farm erlebe ich jeden Tag, wie viel Geduld Veränderung braucht. Nicht alles lässt sich planen oder beschleunigen. Manches zeigt sich erst mit der Zeit – und manchmal verlangt es, den eigenen Blick zu verändern.
Meine Vision für diesen Ort ist groß: Ich möchte auf der Farm die nachhaltigsten Avocados der Welt anbauen. Ein solcher Anspruch lässt sich kaum abschließend beweisen. Trotzdem gibt er uns eine Richtung. Bei jeder Entscheidung fragen wir, wie wir sorgsamer mit Boden, Wasser und Pflanzen umgehen und jeden Tag ein Stück besser werden können.
Kim
Wenn ich morgens vor die Tür gehe, freue ich mich auf meine Freunde – die Hunde und anderen Tiere.
Meistens warten einige schon vor dem Haus. Ein Leben so nah an der Natur und mit Tieren hatte ich mir lange gewünscht.
Viele Jahre habe ich im Unternehmensumfeld gearbeitet, organisiert, Verantwortung übernommen und auch in bewegten Situationen den Überblick behalten. Später wurde Yoga zu meiner Berufung. Zuletzt unterrichtete ich in Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen und verband die Stunden mit Klangarbeit. Die direkte und ehrliche Art der Begegnung dort hat mich tief berührt.
Heute entwickle ich die Farm gemeinsam mit Cetin weiter und arbeite als Yogalehrerin und Coach. Mir ist wichtig, wie Menschen sich auf der Farm begegnen. Sie sollen herzlich empfangen werden, sich einbringen können und genügend Raum haben, wieder genauer wahrzunehmen, was ihnen guttut und was für sie gerade wesentlich ist.
Yoga in unserem Alltag
Yoga gehört für uns beide seit vielen Jahren zum Leben. Auf der Farm praktizieren wir häufig draußen auf der Plattform – manchmal gemeinsam, manchmal jeder für sich. Auch andere nutzen diesen Platz für Yoga, Meditation oder einfach für einen ruhigen Moment.
Oft kommt dabei ein Hund oder eine Katze vorbei.
Was wir uns für diesen Ort wünschen
Die Farm soll ein landwirtschaftlicher Ort bleiben. Wir möchten die ökologische Landwirtschaft weiterentwickeln, mehr eigenes Essen anbauen und zugleich einen internationalen Lebensort wachsen lassen.
Während eine Gruppe mit Cetin arbeitet, werden draußen die Bäume versorgt und die Tiere gefüttert. Später sitzen Menschen gemeinsam am Tisch, deren Wege sich sonst vielleicht nie gekreuzt hätten.
Wir möchten diesen Ort behutsam weiterentwickeln und dabei bewahren, was ihn heute ausmacht.