Von Hanna · 03.11.2026
Es gibt Tage, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Dieser Tag gehört für mich definitiv dazu.Was ist der Social Saturday?
Mit dem Social Saturday möchten Kim und Çetin in Zukunft regelmäßig gemeinsam mit den Volunteers Hani besuchen. Sie möchten sie unterstützen und auf ihrem Weg begleiten, denn Hani hat den Wunsch, künftig selbst Volunteers bei sich aufzunehmen. Kim und Çetin kennen sie bereits, da sie vor einiger Zeit einen ihrer Hunde adoptiert hat.
Hani lebt mitten im Düzler-Çamı-Nationalpark bei Antalya, umgeben von Bäumen und Natur – ein ganz besonderer Ort, den wir an diesem Tag kennenlernen durften.
Als wir ankamen, wartete sie bereits am Waldrand auf uns. Neben ihr standen mehrere Wasserkanister. Hani hatte sie gerade an einer Wasserstelle gefüllt, ein Stück von ihrem Grundstück entfernt. Wir halfen ihr, die Kanister ins Auto zu laden und fuhren gemeinsam weiter zu ihrem Zuhause.
Hani lebt seit fünf Jahren in einem kleinen Bauwagen auf dem Grundstück ihrer Familie. Ihre Eltern haben das Land bereits in den 90er-Jahren gekauft. Seitdem hat sich einiges getan und Hani hat noch viele Pläne für diesen Ort. Sie möchte Gemüse anbauen, eigene Lebensmittel produzieren und das Grundstück Schritt für Schritt weiterentwickeln.
Einen Stromanschluss gibt es nicht und auch Wasser muss erst geholt werden. Vieles läuft hier anders, als ich es von meinem gewohnten Alltag kenne. An diesem Tag bekamen wir einen kleinen Einblick darin, was es bedeutet, sich nach und nach mit wenigen Mitteln einen eigenen Ort aufzubauen.
Ein bisschen Holz, ein Solarpanel und Brombeeren.
Auf dem Grundstück wartete ein großer Vorrat an gesammeltem Brennholz auf uns. Ein Teil der Gruppe machte sich daran, das Holz in kleinere Stücke zu teilen, damit Hani es später verwenden kann. Danach schauten wir uns das kaputte Solarpanel an. Hani konnte ihr Handy schon länger nicht mehr vor Ort laden und musste dafür extra in die Stadt fahren. Wir bekamen das Panel wieder so weit zum Laufen, dass sie ihr Handy nun wieder bei sich auf dem Grundstück aufladen kann. Das war vielleicht keine besonders große Reparatur, für Hani aber bedeutet das eine echte Erleichterung.
Auch im Garten gab es etwas zu tun. Wir bauten Pfosten für ihre Brombeerpflanzen, setzten sie in den Boden und spannten einen Draht, an dem die Pflanzen später entlangwachsen können.
Es waren ganz unterschiedliche Aufgaben und jede davon hatte einen konkreten Nutzen: Wir konnten mit anpacken und Hani bei ein paar Dingen helfen, die sie sich für ihr Grundstück vorgenommen hatte.
Gemüse, Okra und eine Tasse Tee.
Irgendwann war es Zeit für eine Pause. Hani hatte für uns gekocht und wir setzten uns gemeinsam zum Essen. Es gab Gemüse und Okra. Danach tranken wir Tee und unterhielten uns. Die Themen waren vielseitig: Wir sprachen über Ernährung, Lebensmittel, Geografie, verschiedene Kulturen und das Leben. Hani hat unglaublich viel zu erzählen und interessiert sich gleichzeitig sehr für die Menschen, die ihr gegenübersitzen. Es war kein Gespräch, bei dem jemand einfach nur etwas erklärt. Wir tauschten Gedanken und Erfahrungen aus und die Zeit verging ziemlich schnell.
Hani hatte außerdem für jeden von uns ein Armband vorbereitet. Wir durften uns selbst aussuchen, welches wir haben wollten. Eine kleine Geste, aber für mich sagt sie viel über Hani aus. Sie steckt viel Liebe in die kleinen Dinge und hat eine besondere Art, anderen das Gefühl zu geben, willkommen zu sein.
Und dann ging es noch zum Canyon
Die Arbeit war getan und eigentlich hätten wir nach unserem Besuch wieder zurück zur Farm fahren können. Aber wir Volunteers entschieden uns, noch ein bisschen länger zu bleiben. Gemeinsam machten wir noch einen Ausflug zu einem nahegelegenen Canyon. Es wurde langsam dunkel, und als wir dort ankamen, stand der Vollmond über der Landschaft. Wir standen zusammen dort, blickten hinunter in den Canyon und sahen in der Ferne die Lichter von Antalya. Definitiv ein kleines Abenteuer und einer dieser besonderen Momente, die man nicht planen kann. Für mich war dieser Moment ein absolutes Highlight.
Ein Tag, der bleibt
Auf dem Rückweg dachte ich noch einmal über den Tag bei Hani nach: Hani hat noch viele Ideen für ihr Grundstück und es gibt einiges, das sie in Zukunft umsetzen möchte. An diesem Tag konnten wir einen kleinen Teil dazu beitragen. Was mir besonders gefallen hat, war, dass wir nicht nur zu Besuch waren. Wir haben mit ihr gemeinsam gearbeitet, gegessen, geredet und den Abend zusammen verbracht. Am Ende hatten wir nicht nur ein paar Aufgaben erledigt, sondern auch eine neue Person und die Geschichte dahinter kennengelernt.
Vielleicht war dieser Tag so besonders, weil er mich daran erinnert hat, worauf es mir wirklich ankommt: füreinander da zu sein und sich als Menschen zu begegnen.
Liebe Hani: Danke, dass du uns so offen und herzlich bei dir aufgenommen hast. Glaube weiterhin an deine Träume und Visionen! Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du schon bald deine eigenen Volunteers bei dir begrüßen kannst, die dich unterstützen und mit denen du gemeinsam deine Ideen und Vorhaben verwirklichen kannst. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute für deinen Weg!
Wer mehr über Hani erfahren oder sie bei ihren Projekten unterstützen möchte, findet ihr Workaway-Profil hier: Off-grid living surrounded with nature in Muratpaa, Antalya, Turkey
Hanna
Volunteer – September/Oktober 2026